Wallis, Quelle der Alpen Valais Community

Das Beste vom Wallis erzählt von denen die es am besten kennen

«Unsere gemeinsame Webseite www.valais-community.ch hat den Zweck, die Vorzüge des Wallis hervorzuheben. Sie soll die Begegnung und dem Austausch zwischen Wallisern und Gästen dienen.»

Anne-Claude Luisier

Sinn der Wurzeln, Essenz der Schaffenskraft

Das Wallis hat mir meine Wurzeln gegeben. Geboren und aufgewachsen bin ich auf einer Anhöhe am rechten Rhoneufer, in einem Dorf zwischen der Talebene und den Bergen. Hier habe ich mich inmitten eines Universums voller faszinierender Sinneseindrücke bewegt: der Geruch der Reben in der Sonne und jener der Weinpressen im Herbst, die Geräusche in der Molkerei, die Herbheit der Erde beim Kartoffelpflanzen, die schneidende Kälte auf den Skipisten, der gleichermassen vielfältige wie einzigartige Geschmack von Raclette und Roggenbrot, der charakteristische Duft von Lärchenpech… Ja, ich bin in der naturnahen Welt des Wallis verwurzelt. Diese in ihrer Ursprünglichkeit bestechende Welt hat meine Sinne geschärft und geformt – und mich zu neuen Horizonten hin gelockt.


Also bin ich aufgebrochen...

Ich habe andere Regionen entdeckt, habe mit anderen Lebensweisen experimentiert. Nicht, dass es besser oder schlechter gewesen wäre; es war einfach nur anders. Meine Herkunft hat mir das Rüstzeug gegeben, damit ich mich in anderen Welten bewegen konnte. Und ich wollte einer Welt angehören, die voranschreitet, einer innovativen, einer zukunftsorientierten Welt. Damals habe ich zum allerersten Mal das Gewicht der Traditionen gespürt, die im Wallis so stark, so ausgeprägt sind. Oft verspürte ich das Bedürfnis, mehr zu leisten als andere – als wollte ich mich für meine Herkunft aus einer Region entschuldigen, die manchmal mehr Wert auf die Vergangenheit als auf die Zukunft legte, einer Region, deren tiefe Bindung an die Traditionen in meinen Augen oft dem Neuen im Weg zu stehen schien. Auch dieser eigentümliche Stolz der Walliser auf ihre Herkunft, der, wie ich fand, manchmal an Arroganz grenzte, flösste mir Unbehagen ein. Ich hatte den Eindruck, dass mit dieser Haltung eine gewisse Blindheit einherging für alles, was anderswo gut war, und dass dieser Umstand die geografische Isolation noch verstärkte.

Dann bin ich zurückgekommen …
Und ja, ich bin bei meiner Rückkehr auf die Schwierigkeit gestossen, eine beruflich engagierte Frau zu sein, und ich habe mich an den althergebrachten Modellen gerieben. Modelle, die hierarchisieren und kategorisieren und die für jede und jeden einen unabänderlichen Platz in der Gesellschaft vorsehen; Modelle, die Ansehen mit Wert, Herkunft mit Kompetenz verwechseln. Vor allem aber bin ich Frauen und Männern begegnet, die nichts sehnlicher wollen, als mit der Welt verbunden zu sein, und die vom gemeinsamen Wunsch beseelt sind, das Wissen und Können von hier und von anderswo zusammenzubringen, um eine tragfähige Zukunft zu formen. In jenen Tagen habe ich mich an meine Kindheit erinnert und mich wieder auf meine Wurzeln besonnen, indem ich ihnen ihren angemessenen Platz zugewiesen habe. Das Wallis meiner Jugend hat meinen Wunsch und Willen geprägt, und aus dem sinnenreichen, identitäts - stiftenden Universum von einst ist eine Leidenschaft entstanden, eine Lust am Erschaffen, ein Motor der Kreativität. Ich habe daraus meinen Beruf gemacht, mein Unternehmen, mein Leben …

Anne-Claude Luisier, Schöpferin senorischer Welten

Quelle


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