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Die Tschäggättä chemnd

Hinzugef?am 02.02.2011 von Nicole Ritler

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Es ist Winter im Lötschental, die Nacht bricht an und du bist alleine. Du hörst das läuten von Treicheln, Du hörst das stampfen kräftiger Füsse, Du spürst einen warmen Atem im Nacken!

Dreh dich nicht um... lauf... denn Sie kommen!

 

Vom 2. Februar 2011 bis zum Aschermittwoch ist es wieder soweit, die berüchtigten Tschäggättä sind unterwegs. Verkleidet mit Tierfellen, Kuhglocke und Maske streichen sie durch die Gassen des Tales und erinnern an die verschiedenen Mythen früherer Zeiten.

 

Woher stammen diese gefürchteten Gestalten?

Diese Frage hat mehrere Antworten. Einige Mythen erzählen, die Tschäggättä haben die Aufgabe die bösen Geister des Winters zu vertreiben. Andere hingegen sagen, dass die früheren Räuberbanden, sog. Schurtendiebe des 15. Jahrhunderts, den Brauch der Tschäggättä herbeigerufen haben. Die Schurtendiebe lebten versteckt auf der Schattenseite des Lötschentales. Da sie sehr arm und unbeliebt waren, mussten sie sich mittels Rauben über Wasser halten. Sie vermummten sich dafür mit schnell geschnitzten Holzmasken und ein Stück Stoff, begaben sich auf die Sonnenseite und räumten die Keller und Städel aus. Doch nicht jeder wurde in diese Bande aufgenommen. Nur jener, der mit einer schweren Bürde beladen bei einer schmalen Stelle, genannt Gsellisch Chinn, über die Lonza springen vermochte, konnte sich den Schurtendieben anschliessen.  Auf diese verschiedenen Meinungen der Herkunft stützt sich das heutige „Tschäggättun“. Mit der Zeit hat sich auch die Tradition verändert. Früher hatte man lediglich ein dünnes Brett Holz mit 2 Gucklöchern vor dem Gesicht. Die jungen Maskenschnitzer von heute gestalten die Tschäggättä immer moderner und beachten jede Details.  

 

Entstehung des Tschäggättuumzuges

Der traditionelle Tschäggättuumzug am Feista Frontag entstand laut Erzählungen aus einem Volksaufstand (Trinkelstierkrieg) im Jahre 1988. Das „Tschäggättu“ sollte dazumal total verboten werden, doch darauf hin hatten sich zahlreiche Tschäggättä zum Streik versammelt und sind durchs ganze Tal gezogen. Auch an diesem Fetten Donnerstag, den 03. März 2011, versammeln sich die  Tschäggättä des Tales wieder und ziehen um Punkt 20.00 Uhr, begleitet von tapferen Hirten von Blatten nach Wiler, Kippel und schlussendlich bis nach Ferden – natürlich nicht im Sinn eines Streiks sondern als Attraktion.

 

Zusätzlich zum Tschäggättuumzug hat man einen  Fasnachtsumzug in Wiler auf die Beine gestellt. Auch hier sollen die Tschäggättä sich dieses Jahr am 05. März 2011 ab 14.30 Uhr  präsentieren und Ihre früheren Mythen zum Vorschein bringen. Doch der Umzug ist noch lange nicht alles. Anschliessend wird die mächtigste, faszinierendste und  furchterregendste Tschäggättä von der im Publikum versteckten Jury prämiert und am anschliessenden Fasnachtsball gefeiert.

 




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